Ideen bewerten mit der Matrix-Methode

Wenn du eine oder mehrere der in diesem Blogbeitrag vorgestellten Kreativitätstechniken genutzt hast, hast du höchstwahrscheinlich eine ganze Fülle von Ideen gefunden. Die Frage ist nun: Was machst du mit den ganzen Ideen? Wie findest du die eine (oder mehrere), die du weiter verfolgen willst?

In der ersten Phase der Ideenfindung liegt der Fokus auf Quantität vor Qualität. Je mehr Ideen du sammelst, desto besser. Erst in der zweiten Phase geht es darum, aus der Masse der Ideen die herauszufiltern, die am meisten Erfolg versprechen.

Was „erfolgversprechend“ ist, hängt von deiner Ausgangssituation ab: Geht es zum Beispiel darum, die Lösung für ein klar umrissenes Problem zu finden und daraus ein Produkt zu machen? Oder geht es darum, beim Schreiben eines Romans Ideen zu finden, wie die Geschichte weitergehen könnte?

Zum Bewerten einer größeren Anzahl von Ideen nutze ich gern eine Matrix, die zwei Parameter kombiniert. Will ich beispielsweise Produktideen entwickeln, ist eine Matrix hilfreich, mit der ich die Machbarkeit und die Originalität bewerte. Beim Schreiben von Geschichten können beispielsweise die Plausibilität und die Umsetzbarkeit (oder die Originalität/der Überraschungseffekt) wichtige Kriterien sein.

Ideen zur Problemlösung bewerten mithilfe der Aufwand-Wirkungs-Matrix

Wenn es darum geht, Lösungen für ein Problem zu finden, beispielsweise Produktideen, dann spielen diese folgenden beiden Kriterien eine entscheidende Rolle:

  • Machbarkeit: Ist die Idee überhaupt umsetzbar? Wie hoch ist der Aufwand?
  • Originalität: Wie neu und überzeugend ist die Idee? Welche Wirkung lässt sich damit erzielen?

Kombinierst du die beiden Kriterien, dann hast du ein praktikables Werkzeug, um Ideen zu bewerten, die Machbarkeit-Originalität-Matrix oder Aufwand-Wirkung-Matrix, wie sie im Produkt-Design auch heißt. Eine Erweiterung der Aufwand-Wirkungs-Matrix habe ich als How-Now-Wow-Matrix auf der Website zu dem Buch „Gamestorming“ gefunden.

Die How-Now-Wow-Matrix

Ideen bewerten anhand der Now-Wow-How-Matrix

Ideen bewerten anhand der How-Now-Wow-Matrix

Dazu zeichnest du eine Matrix, die aus vier Feldern besteht. Auf der einen Achse trägst du das Kriterium Machbarkeit ein, und zwar „leicht machbar“ und „schwer oder unmöglich“, auf der anderen trägst du die Originalität ein: „wenig originell“ und „sehr originell“.

Gehe nun die Ideen nacheinander durch, die du gesammelt hast, und bewerte sie nach den Kriterien Machbarkeit und Originalität:

  • Ideen, die nicht oder nur schwer umsetzbar und wenig originell sind, lohnen wahrscheinlich die Mühe nicht.
  • Ideen, die leicht umsetzbar, aber nicht besonders originell sind, kannst du schnell umsetzen. Einer der Gamestorming-Autoren, David Gray, bewertet sie auf der Website zum Buch als leicht erreichbare Früchte, in der Matrix bezeichnet er sie als „NOW“ (Jetzt machen).
  • Ideen, die nicht einfach umsetzbar, dafür aber sehr originell sind, könnten sehr lohnend sein (an diese Ideen hat sich wahrscheinlich vor dir noch niemand gewagt). David Gray stuft sie als HOW ein. Hier gilt es, sich intensiv mit der Frage nach dem WIE zu beschäftigen.
  • Ideen, die wahrscheinlich gut umsetzbar und gleichzeitig besonders originell sind, könnten Volltreffer sein. Gray bezeichnet sie als WOW.

Bei der Bewertung anhand dieser Matrix teilst du die Ideen in vier Gruppen ein: Lohnt nicht, Now, Wow, How. Innerhalb der letzten drei Gruppen wirst du dann weiter sortieren.

Für eine Variante dieser Matrix empfehle ich ein großes Blatt Papier (oder mindestens vier DIN-A4-Blätter, die du aneinander legst). Auf den beiden Achsen trägst du die Machbarkeit und die Originalität ein; in die Felder platzierst du dann die Ideen gewichtet nach den Kriterien Machbarkeit und Originalität (entweder schreibst du die Ideen auf kleine Karteikarten oder direkt auf das Papier). So wird sichtbar, welche Ideen du für leichter bzw. schwerer machbar hältst und als mehr oder weniger originell einstufst.

Ideen bewerten in einer Originalität-Machbarkeits-Matrix

Ideen bewerten in der Originalität-Machbarkeits-Matrix

Ideen für Geschichten bewerten anhand der Plausibilität-Machbarkeit-Matrix

Bei Geschichten kommt es natürlich ebenfalls auf Originalität an. Viele Geschichtenerzähler haben aber weniger Schwierigkeiten, originelle Ideen zu finden – da wünsche ich mir manchmal, sie hätten sich mehr Gedanken um die Plausibilität gemacht. Dabei kann eine Matrix wie die beiden folgenden helfen.

Geschichtenideen bewerten: Plausibilität und Originalität

Geschichtenideen bewerten: Plausibilität und Originalität

Geschichtenideen bewerten: Plausibilität und Umsetzbarkeit

Geschichtenideen bewerten: Plausibilität und Umsetzbarkeit

Das Titelbild stammt von Pixabay-Nutzer LoggaWiggler.