Hochstapler-Syndrom: Wenn keiner merken darf, dass Sie Fehler machen

Die amerikanische Schriftstellerin und Dichterin Maya Angelou (1928 bis 2014) soll einmal gesagt haben: „Ich habe elf Bücher geschrieben. Aber jedes Mal denke ich ‘Ohoh, jetzt werden sie’s rausfinden. Ich habe sie alle getäuscht, und sie werden mir auf die Schliche kommen.’“

Ein klassischer Fall von Hochstapler-Syndrom (korrekter wäre der Begriff Hochstapler-Phänomen – mehr zu den Begriffen am Ende des Beitrags).

Häufig schätzen Menschen, die sich für Hochstapler halten, ihre eigenen Fähigkeiten und Leistungen falsch ein. Sie denken, dass ihre Erfolge nur aus Zufall oder Glück oder durch Fleiß oder Manipulation zustande gekommen sind. Zusätzlich haben sie ständig Angst, jemand könnte bemerken, dass sie allen nur etwas vorgemacht haben und gar nicht so intelligent oder begabt sind. Kurz: Es könnte herauskommen, dass sie im Grunde Hochstapler, Betrüger oder Blender sind. Ihre Angst ist es, aufzufliegen und wie der Kaiser im Märchen ohne Kleider da zu stehen.

Woran erkennt man das Hochstapler-Syndrom?

Betroffene zeigen eins oder mehrere der folgenden Symptome: Weiterlesen

Wie Sie den inneren Kritiker konstruktiv für das Schreiben nutzen

Der innere Kritiker oder die innere Kritikerin ist eine innere Stimme, die meist
gefühlt irgendwo im Hinterkopf, auf der Schulter oder im Nacken sitzt. Diese
Stimme wird vor allem dann aktiv, wenn wir etwas tun, was uns wichtig ist. Wenn
wir etwas Kreatives tun. Wenn wir etwas tun, was uns fordert.

Diese Stimme heißt nicht zufälligerweise innerer Kritiker. Sie kritisiert, was
wir tun und wie wir es tun. Und diese Stimme kann richtig heftig werden und uns
im Extremfall beschimpfen, beleidigen, zur Schnecke machen. Weiterlesen

Wieso Sie den inneren Kritiker nicht loswerden oder besiegen können

Wenn es um das innere Team oder innere Anteile geht, ist kaum ein Anteil so unbeliebt wie der innere Kritiker (der natürlich auch eine innere Kritikerin sein kann).

Der innere Kritiker ist eine innere Stimme, die alles kritisiert, was wir tun. Oder die nörgelt oder uns – im Extremfall – richtig üble Beschimpfungen um die Ohren haut. Viele Schreibende kennen diesen inneren Kritiker, der ihnen einflüstert, dass sie doch gar nicht schreiben können, dass sie nichts zu sagen haben, dass man das doch so nicht schreiben kann …

Im Coaching oder auch in Gesprächen höre ich von Betroffenen immer wieder den Wunsch, diesen nervigen/lästigen/störenden Anteil loswerden zu wollen.

So verständlich der Wunsch ist: Das wird nicht klappen.

Der innere Kritiker ist ein Teil von uns

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Prokrastinations-Schreibprojekt

Wieso ich immer mindestens ein Prokrastinations-Schreibprojekt habe

Seit Herbst arbeite ich in meiner Freizeit an einem Roman. Ich habe dazu meinen Arbeitstag umgestellt und fange morgens (für mich gefühlt noch in der Nacht) mit dem Roman an. So habe ich um 9 oder 9:30 Uhr schon etwas geschafft, was mir wichtig ist – um diese Zeit habe ich früher erst so langsam mit dem Arbeiten begonnen, jetzt bin ich frisch, angeregt und stolz auf mich.

Allerdings bin ich nicht jeden Morgen gleich motiviert. Da der Roman ein Lust-Projekt ist, möchte ich mich nicht dazu zwingen oder überwinden, am Roman zu arbeiten. Umgekehrt funktioniert es (für mich) auch nicht, nur dann daran zu schreiben, wenn ich darauf Lust habe und mich die Muse küsst. Die küsst ja bekanntlich nicht den, der auf sie wartet.

Deshalb habe ich seit einigen Wochen zwei Prokrastinations-Schreibprojekte (inspiriert vom Konzept des produktiven Prokrastinierens). Das eine ist eine längere Erzählung, an der ich weiterarbeite, wenn es beim Roman nicht fließt. Das zweite ist eine Idee, bei der noch nicht klar ist, was daraus werden wird.

Drei Projekte parallel – das mag erst einmal nach einem guten Plan aussehen, wie ich mich erfolgreich verzetteln kann. Ist es aber nicht. Nur so habe ich wirklich Wahlmöglichkeiten. Bei nur zwei Optionen (Roman und Erzählung) „muss“ ich, wenn es mit dem Roman nicht klappt, die Erzählung nehmen – das fühlt sich an wie in einen sauren Apfel beißen. Bei drei Optionen stellt sich dieses Gefühl nicht ein. Da habe ich immer das Gefühl, mich entscheiden zu können. Und nicht selten picke ich mir dann doch den Roman heraus, und dann läuft es auch.

 

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Schreibblockaden entstehen, wenn man zwei Schritte im Schreibprozess nicht klar trennt

Der eine entscheidende Fehler, der unweigerlich zur Schreibblockade führt

Eine Schreibblockade kommt nicht aus heiterem Himmel. Sie entsteht, wenn man zwei Schritte des Schreibprozesses nicht klar trennt.

Der wahrscheinlich häufigste Grund für eine Schreibblockade

Als ich anfing, Geld mit Schreiben zu verdienen, war mir das nicht klar: Am schnellsten manövriert man sich in eine Schreibblockade, wenn man die beiden Schritte „Rohfassung schreiben“ und „Überarbeiten“ nicht klar trennt.

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Perfektionismus

Kaizen statt Perfektionismus

Jacob und ich hatten keinen guten Start miteinander. Bei einer Abendessenrunde hatte uns eine gemeinsame Freundin nebeneinander platziert und uns so vorgestellt: „Das ist Jacob, der größte Perfektionist, den ich kenne. Und das ist Franz, er hat ein Buch geschrieben, in dem er Perfektionisten beibringt, wie sie endlich ein richtiges Leben führen.“

Ich kam gar nicht dazu, zu sagen, dass in meinem Buch für Perfektionisten nicht steht, wie man ein richtiges Leben führt. Jacob war schneller: „Ich brauche keinen Ratgeber, schon gar keinen, der mir empfiehlt, mich mit halben Sachen zufrieden zu geben. Nur wer perfekt ist, ragt aus der grauen Masse heraus und kann Großartiges leisten. Ich gebe immer 150 Prozent, für alles andere ist mir meine Zeit zu schade.“ Er holte tief Luft und legte nach: „Und überhaupt: Wenn Du im OP-Saal liegst, dann willst Du sicher auch, dass der Chirurg perfekt arbeitet.“

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One Moment Meditation - das Ritual, mit dem ich das Schreiben beginne

Wie ein 2-Minuten-Ritual hilft, mit dem Schreiben zu beginnen

Das 2-Minuten-Ritual hilft mir, von der ersten Minute an hoch konzentriert und zielgerichtet mit dem Schreiben loszulegen.

Wenn ich ohne das Ritual mit dem Schreiben beginne, brauche ich länger, um in den Flow zu kommen. Oft fällt mir noch dieses oder jenes ein, das ich erledigen sollte, bevor ich dann tatsächlich mit dem Schreiben anfange. Oder meine Gedanken schweifen ab, während ich schreibe.

Das Ritual funktioniert natürlich auch, wenn es nicht ums Schreiben geht, sondern um eine andere Tätigkeit, die Konzentration verlangt, wie Buchhaltung, Telefonate, ein Seminar etc.

Mein Ritual besteht aus drei Schritten:

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Keine Angst mehr vor dem leeren Blatt: Wie du schnell (zurück) in den Schreibfluss kommst

Ein leeres Blatt oder der weiße Bildschirm ist für viele eine große Hürde beim Schreiben. Sie wissen nicht, wo und wie sie anfangen sollen. Sie unternehmen zig Anläufe, schreiben etwas, sind unzufrieden damit und löschen das Geschriebene sofort wieder. Und mit jeder Viertelstunde, die sie unproduktiv verbringen, sinken die Stimmung und das Selbstvertrauen.

DGSL Lernkongress In einem Workshop auf dem Online-Lernkongress der DGSL* zeige ich zwei Methoden, mit denen Sie sofort (wieder) in den Schreibfluss kommen. Dazu tricksen wir den inneren Kritiker – oder wer auch immer blockiert – auf vergnügliche Weise aus. Beide Methoden probieren wir gleich im Workshop aus.

Der Lernkongress findet am 5. Juni 2021 von 9 bis 17 Uhr statt, die Teilnahme kostet 95 Euro (65 Euro für DGSL-Mitglieder). Es gibt eine Reihe – wie ich finde – höchst spannender Workshops etwa zu kreativen Webinar-Methoden, zu Lernvideos, Gedächtnistricks, Impro-Tools und mehr. Die Workshops dauern jeweils eine Stunde.

* Die DGSL ist die Deutsche Gesellschaft für suggestopädisches Lehren und Lernen.

Interview mit Zamyat Klein zu meinem Workshop

In diesem Interview erzähle ich ein wenig über den Workshop „Nie mehr Angst vor dem leeren Blatt“.

Gaiman Art Matters

Buchtipp: Art Matters von Neil Gaiman

Der Schriftsteller Neil Gaiman (Sandman, American Gods, Niemalsland) hat zusammen mit dem Grafiker Chris Riddell ein kleines Mutmachbuch für Kreative – also im Grunde für jeden von uns – veröffentlicht.

Die vier englischsprachigen Aufsätze sind, wie man das von Gaiman kennt, gut geschrieben: präzise, witzig, auf den Punkt. Das Besondere an diesem Büchlein ist aber die Kombination aus den Texten und den kongenialen Illustrationen von Chris Riddell. Die Tusche- bzw. Kohlezeichnungen, die auf fast jeder Seite zu finden sind, setzen auf die tollen Texte noch eins drauf – so als wären die Aufsätze erst in dieser Kombination komplett.

Gaiman Art Matters Libraries

Die vier Aufsätze sind:

  • Credo: Hier geht es um die Macht von Ideen, die – so Gaiman – schwer zu unterdrücken sind, weil sie unsichtbar und ansteckend sind und sich schnell bewegen. („I believe that it is difficult to kill an idea because ideas are invisible and contagious, and they move fast“)
  • Why our future depends on libraries, reading and daydreaming: Hier erzählt er, wie er als Junge die Leidenschaft für das Lesen dank der Bibliothek in seinem Ort entdeckte – das ist eine Rede, die Gaiman 2012 für die Reading Agency gehalten hat, eine britische Organisation, die das Lesen und das Lesenlernen fördert.
  • Making a chair ist eine witzige Geschichte darüber, wie er eine Geschichte schreiben will, aber einen Stuhl aufbaut.
  • Make good art: eine inspirierende Rede, die Gaiman vor Studenten gehalten hat.

Auch zum Thema Fehler machen, das uns beim Schreiben immer begleitet, hat Gaiman etwas Spannendes beizutragen: „If you’re making mistakes, it means that you’re out there doing something.“ („Wenn du Fehler machst, bedeutet das, dass du da draußen bist und etwas tust.“)

Das Buch ist ein wunderbares Geschenk – ob für dich selbst oder für jemand, die oder der ein wenig Aufmunterung und Lachen gebrauchen kann.

Neil Gaiman: Art Matters (in Englisch)
Headline Publishing, 112 Seiten, 9,80 Euro

Schreib.Dein.Buch

Sie haben schon lange vor, Ihr Buch zu schreiben? Das Buch, mit dem Sie sichtbar werden wollen als Experte oder Expertin auf Ihrem Gebiet? Das Buch, nach dem Ihre Kunden/Klienten ohnehin immer wieder fragen?

Dann ist jetzt der passende Zeitpunkt. Jetzt, da vielen Freiberuflern die Aufträge weggebrochen sind. Jetzt, da Sie Zeit haben. Jetzt, da klar ist, dass große Umbrüche anstehen.

Sie wissen aber nicht so recht,

  • wie und wo Sie anfangen sollen.
  • wie Sie ein so großes Projekt in den Griff bekommen.
  • wie Sie mit der Unmenge an Material und Ideen umgehen, die Sie haben.
  • wie Sie das Buch strukturieren, wie Sie einen roten Faden finden.

Dabei unterstütze ich Sie gern. Nach inzwischen 28 eigenen Büchern weiß ich, was funktioniert und was nicht.

Vereinbaren Sie ein für Sie kostenfreies und unverbindliches Gespräch per Telefon, Zoom oder Skype mit mir, in dem wir klären, wie ich Sie unterstützen kann, mit Ihrem Projekt in den Schreibfluss zu kommen.

 

Das Bild stammt von Pixabay-Nutzer(in) fancycrave1.