Archiv der Kategorie: Kreativität

Kreativ sein

Wo bist du am kreativsten?

Wenn ich Menschen diese Frage stelle, erhalte ich die unterschiedlichsten Antworten: Beim Spazierengehen über die Wiesen hinter dem Haus – im Kaffeehaus, wenn’s dort am hektischsten zugeht – in meinem Lieblingssessel – in den Bergen – im Bett, bevor der Wecker klingelt – unter der Dusche…

Ein Ort wird so gut wie nie genannt

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Kontinuierlich vorwärts kommen - Prozess statt Ergebnis

Fokus auf den Prozess: So kommst Du bei Deinen Schreibvorhaben kontinuierlich weiter

Manuela und Richard haben sich ganz zielstrebig ans Schreiben ihrer Bücher gemacht. Manuela hatte sich die Wochenenden für ihr Sachbuch geblockt und wollte pro Wochenende ein ganzes bzw. ein halbes Kapitel schreiben. Richard hat ausgerechnet, dass er für seinen Science-Fiction-Roman 500 Wörter am Tag schreiben muss, um nach einem halben Jahr die erste Fassung fertig zu haben (der Roman soll 300 Seiten umfassen, 500 Wörter entsprechen zwei Normseiten, und wenn Richard an 6 Tagen pro Woche schreibt, ist er nach 25 Wochen fertig).

Soweit der Plan

Der nur leider in beiden Fällen nicht funktioniert hat (sonst würde ich hier nicht darüber schreiben). Weiterlesen

Ich bin nicht kreativ

„Ich bin nicht kreativ“ – wieso das nicht stimmt

Vor einigen Wochen hatte ich ein Kennenlerngespräch mit einem Grafiker, der sich für ein Coaching interessiert. Bisher fertigt er Illustrationen im Auftrag anderer an. Nun will er eigene Bildgeschichten entwickeln, aber – so sagt er – es fehlen ihm die Ideen. Überhaupt wäre er ja gar nicht kreativ.

Das sagt jemand von sich, der – wie mir vorab ein Blick auf seine Website verraten hat – wunderbare Illustrationen zaubert. Mit einem sehr eigenen Stil.

Jeder Mensch ist kreativ, jeder

Den Satz „Ich bin ja nicht (so) kreativ“ höre ich häufig. Und er widerspricht allem, was ich weiß. Aus meiner Sicht ist jeder Mensch kreativ. Wir sind grundsätzlich eine kreative Species – sonst gäbe es uns Menschen gar nicht mehr. Ich muss nur spielenden Kindern zuschauen: Was die an kreativen Leistungen vollbringen, ist faszinierend.

Auch wenn wir meist in der Schulzeit oder spätestens im Berufsleben viel von unseren kreativen Fähigkeiten einschlafen lassen: Jeder Mensch kann kreativ sein – er oder sie traut es sich oft nur nicht (mehr) zu. Weiterlesen

Wie Sie den inneren Kritiker konstruktiv für das Schreiben nutzen

Der innere Kritiker oder die innere Kritikerin ist eine innere Stimme, die meist
gefühlt irgendwo im Hinterkopf, auf der Schulter oder im Nacken sitzt. Diese
Stimme wird vor allem dann aktiv, wenn wir etwas tun, was uns wichtig ist. Wenn
wir etwas Kreatives tun. Wenn wir etwas tun, was uns fordert.

Diese Stimme heißt nicht zufälligerweise innerer Kritiker. Sie kritisiert, was
wir tun und wie wir es tun. Und diese Stimme kann richtig heftig werden und uns
im Extremfall beschimpfen, beleidigen, zur Schnecke machen. Weiterlesen

Keine Angst mehr vor dem leeren Blatt: Wie du schnell (zurück) in den Schreibfluss kommst

Ein leeres Blatt oder der weiße Bildschirm ist für viele eine große Hürde beim Schreiben. Sie wissen nicht, wo und wie sie anfangen sollen. Sie unternehmen zig Anläufe, schreiben etwas, sind unzufrieden damit und löschen das Geschriebene sofort wieder. Und mit jeder Viertelstunde, die sie unproduktiv verbringen, sinken die Stimmung und das Selbstvertrauen.

DGSL Lernkongress In einem Workshop auf dem Online-Lernkongress der DGSL* zeige ich zwei Methoden, mit denen Sie sofort (wieder) in den Schreibfluss kommen. Dazu tricksen wir den inneren Kritiker – oder wer auch immer blockiert – auf vergnügliche Weise aus. Beide Methoden probieren wir gleich im Workshop aus.

Der Lernkongress findet am 5. Juni 2021 von 9 bis 17 Uhr statt, die Teilnahme kostet 95 Euro (65 Euro für DGSL-Mitglieder). Es gibt eine Reihe – wie ich finde – höchst spannender Workshops etwa zu kreativen Webinar-Methoden, zu Lernvideos, Gedächtnistricks, Impro-Tools und mehr. Die Workshops dauern jeweils eine Stunde.

* Die DGSL ist die Deutsche Gesellschaft für suggestopädisches Lehren und Lernen.

Interview mit Zamyat Klein zu meinem Workshop

In diesem Interview erzähle ich ein wenig über den Workshop „Nie mehr Angst vor dem leeren Blatt“.

Arbeitsjournal und Wochenrückblick

Schreib.Dein.Buch

Sie haben schon lange vor, Ihr Buch zu schreiben? Das Buch, mit dem Sie sichtbar werden wollen als Experte oder Expertin auf Ihrem Gebiet? Das Buch, nach dem Ihre Kunden/Klienten ohnehin immer wieder fragen?

Dann ist jetzt der passende Zeitpunkt. Jetzt, da vielen Freiberuflern die Aufträge weggebrochen sind. Jetzt, da Sie Zeit haben. Jetzt, da klar ist, dass große Umbrüche anstehen.

Sie wissen aber nicht so recht,

  • wie und wo Sie anfangen sollen.
  • wie Sie ein so großes Projekt in den Griff bekommen.
  • wie Sie mit der Unmenge an Material und Ideen umgehen, die Sie haben.
  • wie Sie das Buch strukturieren, wie Sie einen roten Faden finden.

Dabei unterstütze ich Sie gern. Nach inzwischen 28 eigenen Büchern weiß ich, was funktioniert und was nicht.

Vereinbaren Sie ein für Sie kostenfreies und unverbindliches Gespräch per Telefon, Zoom oder Skype mit mir, in dem wir klären, wie ich Sie unterstützen kann, mit Ihrem Projekt in den Schreibfluss zu kommen.

 

Das Bild stammt von Pixabay-Nutzer(in) fancycrave1.

Fall aus dem Rahmen

Fall aus dem Rahmen - CoverSie hat’s wieder getan: Nathalie Bromberger hat – nach ihren drei kleinen Büchern über die kreative Arbeit – noch ein Mutmachbuch für Kreative geschrieben und gezeichnet: „Fall aus dem Rahmen“. Sie nennt es „die Einladung zur kreativen Befreiung“.

Aus ihrer Arbeit mit kreativen Menschen und natürlich aus eigener Erfahrung weiß sie, dass vielen Kreativen der Mut und das Selbstbewusstsein fehlen, ihre Ideen in die Welt zu bringen. Schließlich haben wir schon in der Kindheit gelernt, unsere kreative Energie, unsere spinnerten Ideen, die Freude am Schaffen an die Zügel zu nehmen oder gleich ganz wegzupacken.

Und auch als Erwachsene stoßen wir ständig an das, was Nathalie „den Rahmen“ nennt: Einschränkungen von außen. Ausgesprochene und unausgesprochene Forderungen, Vorhaltungen undundund. Wer kennt nicht Sprüche wie „mach doch mal was Richtiges; sei doch nicht so empfindlich; stell Dich nicht so an; fang nicht ständig was Neues an, bleib doch mal an einer Sache dran“.

Damit vermittelt uns unser Umfeld den Eindruck, wir wären falsch, eigenartig, eigenbrötlerisch, zu chaotisch, zu verplant, zu …

Und weil wir dazugehören wollen, nicht immer anecken wollen, gemocht werden wollen, stecken wir uns selbst in ein „inneres Korsett“ (so Nathalie). Und schneiden uns so von allem ab, was uns kreativ macht.

Wenn Du Deine Einzigartigkeit versteckst, versteckst Du, was Dich besonders machtNathalies Buch ist ein Aufruf, den Rahmen zu sprengen. Und so unseren kreativen Kräften wieder Raum zu geben.

Das Buch schließt mit einem Manifest, in dem Nathalie einige der Killerphrasen nimmt und für Kreative in den richtigen Rahmen setzt (das Wortspiel musste sein). Ein Beispiel: „Sei verplant und folge deinem eigenen Rhythmus – nur der lässt deine Gaben klingen.“

Sei empflindlich„Fall aus dem Rahmen“ ist ein zutiefst subjektives Buch. Und gleichzeitig ein universelles, eins, das in jedem von uns etwas berührt. Und ich meine tatsächlich, in jedem. Denn jeder Mensch ist kreativ – als Erwachsene denken wir nur, wir wären es nicht, und deshalb verhalten wir uns auch so unkreativ. Wir vernachlässigen unsere Kreativität – und damit eine Kraft, die in uns steckt, und das Erfüllende, das kreatives (Er)Schaffen bringen kann.

Es ist ein tolles Buch, ein schönes Geschenk für jeden, der eine Ermunterung zum Kreativsein gebrauchen kann. Und es gehört in die Hände von Eltern, von Lehrern und von allen, die mit Kindern zu tun haben.

Das Taschenbuch kostet nur 9,99 Euro; bei der Bestellung über Nathalies Shop bei der Autorenwelt fallen keine Versandgebühren an (innerhalb Deutschlands).

Nathalie Bromberger: Fall aus dem Rahmen
Verlag: Zacken Verlag
ISBN-13: 9783946055037
Preis: 9,99 Euro

Danke an Nathalie für die Erlaubnis, Bilder aus dem Buch abbilden zu dürfen.

Die drei kleinen Bücher über die kreative Arbeit

Die drei kleinen Bücher über die kreative Arbeit aus dem Zacken Verlag

Jeder, der in irgendeiner Weise kreativ tätig ist (oder gerne wäre), stolpert früher oder später über einige Schwierigkeiten. Typischerweise sind das

  • Zweifel an dem, was man tut; Zweifel, ob das, was man geschaffen hat, gut ist; Zweifel, ob andere das gut finden; Zweifel, ob man selbst gut genug ist;
  • Kritik von außen, gern freundlich verpackt als gute Ratschläge;
  • der Zwiespalt zwischen dem Wusch, etwas höchst Persönliches in die Welt zu bringen, und der Angst, sich damit zu zeigen;
  • und natürlich noch zig weitere Schwierigkeiten wie mangelndes Interesse „da draußen“, handwerkliche Probleme, undundund.

Den ersten drei Schwierigkeiten hat Nathalie Bromberger drei kleine, feine Bücher gewidmet, die sie gerade in Ihrem Zacken Verlag veröffentlicht hat.

Buch ist vielleicht ein bisschen viel gesagt: Es sind drei Broschüren im Format A6, die je 20 bzw. 24 Seiten umfassen. Im Set kosten sie 9,99 Euro (inkl. Versand).

In meinen Augen sind die drei kleinen Bücher ein wunderbares Geschenk für jeden, der sich an kreative Abenteuer wagt oder sich gerne wagen würde.

Das kleine Buch der kreativen Zweifel

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Zweifeln, die kreative Menschen befallen: hinderliche und hilfreiche. Oder, wie Nathalie Bromberger schreibt: ängstliche und kreative Zweifel. In dem 1. Band der Reihe gelingt es ihr, plastisch und auch unterhaltsam die Unterschiede zwischen beiden Zweifeln deutlich zu machen. Sie zeigt, wie diese Zweifel entstehen und wie man erkennt, welcher Zweifel einen gerade quält. Vor allem aber zeigt sie, wie man die kreativen Zweifel nutzt, um seine eigene Vision zu verfolgen – statt Moden hinterher zu laufen und Gefälliges, gut Verkaufbares zu produzieren.

Aus dem kleinen Buch der kreativen Zweifel, Zacken Verlag

Aus dem kleinen Buch der kreativen Zweifel.

Das kleine Buch vom Nutzen und Schaden der Kritik

In diesem Buch kommt Brombergers Witz am besten zur Geltung; es ist auch am aufwendigsten gestaltet. Hier unterscheidet sie sehr fein drei unterschiedliche Arten von Kritik: Feuilleton- und Markt-Blick-Kritik sowie Kritik, die aus dem Herzen kommt.

Doppelseite aus dem kleinen Buch vom Nutzen und Schaden der Kritik, Zacken Verlag.

Aus dem kleinen Buch vom Nutzen und Schaden der Kritik.

Im letzten Teil wird das Buch zum Plädoyer, sich für seine kreativen Projekte (in dem Fall für Buchprojekte) „Herzbuch-Kritiker“ zu suchen. Denn nur deren Kritik nützt dem Schaffenden, da nur Herzbuch-Kritiker „den Geist der Geschichte erkennen und aus diesem heraus das Manuskript beurteilen,“ so die Autorin. Viel Raum widmet sie deshalb der Frage: Wie suche ich mir potenzielle Herzbuch-KritikerInnen?

Ein hilfreiches Buch für Menschen, die gerade erst anfangen, Kreatives zu schaffen, oder die – noch – von starken Zweifeln geplagt sind. Denen kann die Unterstützung durch Herzbuch-Kritiker Sicherheit geben und einen klareren Blick auf das Geschaffene.

Damit nicht geschieht, was Markt-Blick-Kritik beabsichtigt:

Nathalie Bromberger über Markt-Blick-Kritik.

Nathalie Bromberger über Markt-Blick-Kritik.

Das kleine Buch vom kreativen Ersticken

Was passiert, wenn wir unserem inneren Drang, etwas zu erschaffen, keinen Raum geben? Nathalie Bromberger nennt die Folge „kreatives Ersticken“. Sie beschreibt eindringlich das innere Ringen dabei. Und sie findet einen schönen Dreh raus aus der (für die Kreativität) tödlichen Spirale. Den verrate ich hier allerdings nicht, weil der Dreh nur wirkt, wenn man der Autorin durch ihren Gedankengang gefolgt ist.

Doppelseite aus dem kleinen Buch vom kreativen Ersticken, Zacken Verlag.

Aus dem kleinen Buch vom kreativen Ersticken.

Die drei kleinen Bücher über die kreative Arbeit

Insgesamt bekommen Sie mit den drei Bänden etwas mehr als 60 Seiten Lektüre. Nicht viel für Bücherfresser, die vorwiegend Futter für den Intellekt wollen oder Tipps und Tools suchen. Wer jedoch etwas fürs Herz sucht, Ermutigung, Trost und auch Bestätigung, ist mit den drei kleinen Büchern bestens bedient. Und als Geschenk sind sie auch hervorragend geeignet, falls ich das noch nicht erwähnt haben sollte.

Die drei Bände sind nicht einzeln, sondern nur im Set erhältlich, entweder direkt im Onlineshop des Zacken Verlags oder im Buchhandel.

Autorin und Zeichnerin: Nathalie Bromberger
Preis: 9,99 Euro (inkl. Versandkosten)
ISBN 978-3-946055-02-0

 

Ideen weiterentwickeln - Foto von sich entrollenden Farnblättern

Wie du Ideen weiterentwickelst

Ideen weiterentwickeln mit der Methode „Brainstorming for one“

Unser Gehirn stellt ständig Assoziationen her und verknüpft neue Informationen mit bereits bekannten. Dabei erzeugt es sowohl logische als auch „spinnerte“ Verknüpfungen; erfahrungsgemäß sind es oft die verrückten Verknüpfungen, die uns zu neuen, bisher nicht da gewesenen Lösungen bringen.

Es gibt eine ganze Reihe von Kreativitätstechniken, die dieses Phänomen nutzen, die sind aber in der Regel für mehrere Personen gedacht. Wenn dir gerade niemand als Partner zum Ideen-Pingpong zur Verfügung steht, kannst du die „Brainstorming for one“-Technik nutzen (oder „Brainstorming für eine Person“).

Brainstorming for one

Diese Methode hat Vera Birkenbihl in ihrem Buch „Stroh im Kopf“ beschrieben (seit Auflage 35 ist die Technik im Buch nicht mehr enthalten). Ich habe sie ein wenig erweitert:

1. Notiere deine Ideen auf Karteikarten. Schreibe so lange Ideen auf, bis dir nichts mehr einfällt.
Altenativ kannst du auch einen Timer auf 20 oder 30 Minuten stellen und aufhören, wenn der Timer abgelaufen ist. Wenn du den Timer gut sichtbar vor dich legst, wirst du merken, wie gegen Ende der eingestellten Zeit, die Ideen nur so sprudeln.

2. Mische die Karten kräftig durch und lege sie auf einen Stapel.

3. Nimm dir ein großes Blatt Papier oder setze dich an den Computer. Nimm nun die beiden obersten Karten vom Stapel. Lies die Ideen auf den beiden Karten und schreibe dann auf, was dir zur Verbindung der beiden Ideen einfällt.
Wichtig dabei: Wie beim Brainstorming in einer Gruppe wird hier nichts zensiert und nichts zurückgehalten. Egal, wie verrückt die Kombination aus den beiden Ideen auch ist.

4. Gehe die Karten des Stapels nun paarweise durch und notiere zu jedem Kartenpaar alle Ideen, die dir zu dieser Verbindung kommen.

5. Wenn du Zeit hast, mische die Karten noch einmal durch und gehe sie ein weiteres Mal paarweise durch und notiere die Ideen, die sich daraus ergeben.

6. Lies die gefundenen Ideenkombinationen durch.
Je nach deinen Vorlieben lege ein Mindmap oder ein Cluster an, in dem du die Ideenkombinationen anordnest.
Oder nutze eine der in diesem Beitrag beschriebenen Matrix-Varianten, um die Ideen zu bewerten und dich für einige Ideen zu entscheiden, die du weiterverfolgen willst.

 

Das Foto des Farns stammt von Pixabay-Nutzer Endro Lewa, Indonesien (Nordsumatra).
Thanks for the title image go to Pixabay user Endro Lewa from Indonesia.

 

Ideen bewerten mit der PMI-Methode

Ideen bewerten mit der PMI-Methode

Nach dem Sammeln von Ideen steht die Frage: Was machst du jetzt mit dieser Fülle an mehr oder weniger verrückten Ideen? Neben der Matrix-Methode nutze ich gern die PMI-Methode, um Ideen zu bewerten.

PMI steht für Plus, Minus, Interessant. Es ist eine Methode, die der britische Schriftsteller und Kreativitätsexperte Edward de Bono zur Bewertung von Ideen entwickelt hat. Die Methode ist ausführlich in seinem Buch „De Bonos neue Denkschule“ beschrieben. Das Taschenbuch ist sehr empfehlenswert für alle, die sich für kreatives Denken interessieren (Amazon schreibt das Buch irrtümlich Vera Birkenbihl zu – Frau Birkenbihl hat jedoch lediglich das Vorwort geschrieben).

Die Vorgehensweise beim PMI

  • Zeichne für jede Idee, die du prüfen willst, eine Tabelle mit drei Spalten auf ein Blatt Papier. Die Spalten beschriftest du mit Plus, Minus und Interessant. Die Tabelle kannst du natürlich auch in einem Tabellenkalkulationsprogramm oder in deinem Textprogramm anlegen.

  • Stelle einen Wecker (oder Timer auf dem Smartphone) auf drei Minuten und trage in dieser Zeit die positiven Aspekte der Idee in die Plus-Spalte ein.
    Wenn dir über die drei Minuten hinaus weitere Aspekte einfallen: Notiere sie, bis keine neuen mehr kommen. Falls dir schon nach einer Minute keine positiven Aspekte mehr einfallen, bleibe dabei, bis die Zeit abgelaufen ist – oft kommen „auf den letzten Drücker“ noch Einfälle.

  • Danach notierst du drei Minuten lang nur die negativen Aspekte der Idee in der entsprechenden Spalte.
    Es kann übrigens auch sein, dass manche Aspekte sowohl in der Plus- als auch in der Minus-Spalte landen.

  • Anschließend nimmst du dir drei Minuten, um in der Spalte „Interessant“ weitere Aspekte zu sammeln, die weder positiv noch negativ sind.

  • Führe das PMI für die übrigen Ideen durch.

  • Gehe die verschiedenen PMI-Blätter durch und entscheide, welche Ideen du weiterverfolgen willst. Wenn möglich, lasse ein, zwei Tage zwischen dem Schreiben der PMI-Tabellen und dem Auswerten verstreichen.

    Ideen bewerten nach der PMI-Methode: Notieren Sie für jede Idee die Plus- und Minuspunkte und interessante Aspekte.

    Ideen bewerten nach der PMI-Methode: Notiere für jede Idee die Plus- und Minuspunkte und interessante Aspekte.

    Ein Hinweis: Die Empfehlung, sich für jede Spalte drei Minuten Zeit zu nehmen, stammt von mir, nicht von de Bono. Er gibt in dem Buch keine Empfehlung; er schlägt allerdings eine Übung vor, bei der man sich 3 Minuten für eine bestimmte Idee nehmen soll. Ich habe mit 3 Minuten pro Spalte gute Erfahrungen gemacht, ebenso einige Coaching-Klienten.

Die Aspekte, die du bei der PMI-Methode berücksichtigst

  • Pluspunkte: Stärken der Idee, Vorteile, Alleinstellungsmerkmale (USP – Unique Selling Proposition)

  • Minuspunkte: Schwächen der Idee, Nachteile, Risiken

  • Interessante Punkte: alle erwähnenswerten Aspekte, die weder Plus noch Minus sind; Aspekte, deren Auswirkungen noch nicht absehbar sind; Dinge, die berücksichtigt werden sollten.
    Hilfreich finde ich auch folgende Fragen: „Wohin könnte diese Idee führen?“ und „Welche weiteren Ideen ergeben sich daraus?“
    De Bono empfiehlt, sich beim Beschäftigen mit den interessanten Aspekten diese Frage zu stellen: „Es wäre interessant zu wissen, ob …“

Ideen bewerten: PMI-Methode oder Matrix-Methode oder …?

Je nachdem, wie viel Zeit ich investieren kann oder will, um Ideen zu bewerten, nutze ich diese beiden Methoden nacheinander oder kombiniere sie.

  • Wenn ich genügend Zeit habe, sammle ich erst die PMI-Aspekte für alle gefundenen Ideen und nutze dann die Matrix-Methode, um die aussichtsreichsten herauszufiltern.

  • Wenn ich weniger Zeit aufwenden möchte, siebe ich mit der Matrix-Methode die weniger erfolgversprechenden Ideen aus und betrachte dann die übriggebliebenen anhand der PMI-Methode. Der kleine Nachteil bei dieser Variante: Möglicherweise fallen dabei bei der Matrix-Methode Ideen unter den Tisch, bei denen die PMI ergeben hätte, dass es da spannende Aspekte gibt, die ich mir genauer anschauen sollte.

Das Foto stammt von Pixabay-Nutzer 422737.