Archiv des Autors: Franz Grieser

Arbeitsjournal und Wochenrückblick

Wie ich mit drei Aktivitäten jeden Arbeitstag fokussiert starte und abschließe

Ganz egal, ob du eh schon lange als Einzelkämpfer*in arbeitest oder erst seit der Pandemie viel im Home Office auf dich allein gestellt bist, wahrscheinlich kennst du das:

  • Du bist nach dem Arbeitstag erschöpft,
  • fragst dich aber oft, wo die Zeit geblieben ist
  • und wieso ein Teil der wichtigen Aufgaben doch wieder liegen geblieben ist.
  • Du hast das Gefühl, ständig zu werkeln – und bist doch mehr oder weniger unzufrieden, weil alles nur schleichend voran geht (wenn überhaupt).

Das läuft schief

Wenn es dir so geht wie mir früher und vielen Solo-Selbstständigen oder Angestellten, mit denen ich zu tun haben, dann liegt das wahrscheinlich daran: Weiterlesen

Elmore Leonards 10 Regeln des Schreibens

Selbst wenn du den Namen des amerikanischen Krimiautors Elmore Leonard nicht kennst: Von den Hollywoodfilmen „Out of Sight“ (mit George Clooney und Jennifer Lopez), „Schnappt Shorty“ (mit John Travolta) oder „Jackie Brown“ (von Quentin Trantino) hast du sicher schon gehört. Die Romanvorlagen zu den Filmen stammen von Leonard.

Ich finde: Leonards Geschichten sind witzig geschrieben, leben von grandiosen Dialogen und finden immer wieder überraschende Wendungen.

10 Regeln für das Schreiben von Geschichten

Elmore Leonard's 10 RulesVor etlichen Jahren hat Leonard für die Reihe „Writers on Writing“ in der New York Times zehn „Rules of Writing“ zusammengestellt, die sich jeder Schriftsteller und jede Schriftstellerin an den Bildschirm pinnen sollte und sich – bitte – daran halten sollte.

Die 10 Regeln übersetzt:

  1. Fange ein Buch nie mit dem Wetter an.
  2. Vermeide Prologe.
  3. Verwende nie ein anderes Verb als „sagen“, wenn du Dialog schreibst.
  4. Verwende nie ein Adverb, um „sagte“ zu modifizieren.
  5. Sei sparsam mit Ausrufezeichen.
  6. Schreibe nie „plötzlich“ oder „Die Hölle ist ausgebrochen“.
  7. Setze Dialekt sparsam ein.
  8. Vermeide detaillierte Beschreibungen der Personen.
  9. Beschreibe Orte und Dinge nicht zu detailliert.
  10. Lass die Teile weg, die die Leser ohnehin überspringen.

Leonards Zusammenfassung: „Wenn es wie geschrieben klingt, schreibe ich es neu.“

Gedruckt

„Elmore Leonard‘s 10 Rules of Writing“ sind übrigens auch gedruckt erschienen. Mitsamt den witzigen Erläuterungen und Illustrationen gibt es die Regeln in einem 96-Seiten-Buch für 16,50 Euro (ISBN 978-0061451461) – ein schönes Geschenk für Schriftstellerkolleg*innen und ambitionierte Schreiber*innen.

Pomodoro konzentriert schreiben dranbleiben

Wie dir diese simple Methode hilft, konzentriert zu schreiben und dranzubleiben

Wenn du beim Schreiben hängst und nicht weiter weißt, kann es helfen, aufzustehen, aus dem Schreibtisch und raus in die frische Luft zu gehen. Das bringt Körper und Geist in Bewegung – und löst meist die Blockade.

Das heißt aber nun nicht, dass du immer sofort aufspringen solltest, wenn du gerade mal hängen bleibst. Das wäre zwar gut für die Gesundheit, aber das, was du schreiben willst, wird so nie fertig.

Wie also schaffst du es, auch bei einer Durststrecke dranzubleiben, ohne gleich vom Schreibtisch zu flüchten? Weiterlesen

Kreativ sein

Wo bist du am kreativsten?

Wenn ich Menschen diese Frage stelle, erhalte ich die unterschiedlichsten Antworten: Beim Spazierengehen über die Wiesen hinter dem Haus – im Kaffeehaus, wenn’s dort am hektischsten zugeht – in meinem Lieblingssessel – in den Bergen – im Bett, bevor der Wecker klingelt – unter der Dusche…

Ein Ort wird so gut wie nie genannt

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Kontinuierlich vorwärts kommen - Prozess statt Ergebnis

Fokus auf den Prozess: So kommst Du bei Deinen Schreibvorhaben kontinuierlich weiter

Manuela und Richard haben sich ganz zielstrebig ans Schreiben ihrer Bücher gemacht. Manuela hatte sich die Wochenenden für ihr Sachbuch geblockt und wollte pro Wochenende ein ganzes bzw. ein halbes Kapitel schreiben. Richard hat ausgerechnet, dass er für seinen Science-Fiction-Roman 500 Wörter am Tag schreiben muss, um nach einem halben Jahr die erste Fassung fertig zu haben (der Roman soll 300 Seiten umfassen, 500 Wörter entsprechen zwei Normseiten, und wenn Richard an 6 Tagen pro Woche schreibt, ist er nach 25 Wochen fertig).

Soweit der Plan

Der nur leider in beiden Fällen nicht funktioniert hat (sonst würde ich hier nicht darüber schreiben). Weiterlesen

Ich bin nicht kreativ

„Ich bin nicht kreativ“ – wieso das nicht stimmt

Vor einigen Wochen hatte ich ein Kennenlerngespräch mit einem Grafiker, der sich für ein Coaching interessiert. Bisher fertigt er Illustrationen im Auftrag anderer an. Nun will er eigene Bildgeschichten entwickeln, aber – so sagt er – es fehlen ihm die Ideen. Überhaupt wäre er ja gar nicht kreativ.

Das sagt jemand von sich, der – wie mir vorab ein Blick auf seine Website verraten hat – wunderbare Illustrationen zaubert. Mit einem sehr eigenen Stil.

Jeder Mensch ist kreativ, jeder

Den Satz „Ich bin ja nicht (so) kreativ“ höre ich häufig. Und er widerspricht allem, was ich weiß. Aus meiner Sicht ist jeder Mensch kreativ. Wir sind grundsätzlich eine kreative Species – sonst gäbe es uns Menschen gar nicht mehr. Ich muss nur spielenden Kindern zuschauen: Was die an kreativen Leistungen vollbringen, ist faszinierend.

Auch wenn wir meist in der Schulzeit oder spätestens im Berufsleben viel von unseren kreativen Fähigkeiten einschlafen lassen: Jeder Mensch kann kreativ sein – er oder sie traut es sich oft nur nicht (mehr) zu. Weiterlesen

Hochstapler-Syndrom: Wenn keiner merken darf, dass Sie Fehler machen

Die amerikanische Schriftstellerin und Dichterin Maya Angelou (1928 bis 2014) soll einmal gesagt haben: „Ich habe elf Bücher geschrieben. Aber jedes Mal denke ich ‘Ohoh, jetzt werden sie’s rausfinden. Ich habe sie alle getäuscht, und sie werden mir auf die Schliche kommen.’“

Ein klassischer Fall von Hochstapler-Syndrom (korrekter wäre der Begriff Hochstapler-Phänomen – mehr zu den Begriffen am Ende des Beitrags).

Häufig schätzen Menschen, die sich für Hochstapler halten, ihre eigenen Fähigkeiten und Leistungen falsch ein. Sie denken, dass ihre Erfolge nur aus Zufall oder Glück oder durch Fleiß oder Manipulation zustande gekommen sind. Zusätzlich haben sie ständig Angst, jemand könnte bemerken, dass sie allen nur etwas vorgemacht haben und gar nicht so intelligent oder begabt sind. Kurz: Es könnte herauskommen, dass sie im Grunde Hochstapler, Betrüger oder Blender sind. Ihre Angst ist es, aufzufliegen und wie der Kaiser im Märchen ohne Kleider da zu stehen.

Woran erkennt man das Hochstapler-Syndrom?

Betroffene zeigen eins oder mehrere der folgenden Symptome: Weiterlesen

Wie Sie den inneren Kritiker konstruktiv für das Schreiben nutzen

Der innere Kritiker oder die innere Kritikerin ist eine innere Stimme, die meist
gefühlt irgendwo im Hinterkopf, auf der Schulter oder im Nacken sitzt. Diese
Stimme wird vor allem dann aktiv, wenn wir etwas tun, was uns wichtig ist. Wenn
wir etwas Kreatives tun. Wenn wir etwas tun, was uns fordert.

Diese Stimme heißt nicht zufälligerweise innerer Kritiker. Sie kritisiert, was
wir tun und wie wir es tun. Und diese Stimme kann richtig heftig werden und uns
im Extremfall beschimpfen, beleidigen, zur Schnecke machen. Weiterlesen

Wieso Sie den inneren Kritiker nicht loswerden oder besiegen können

Wenn es um das innere Team oder innere Anteile geht, ist kaum ein Anteil so unbeliebt wie der innere Kritiker (der natürlich auch eine innere Kritikerin sein kann).

Der innere Kritiker ist eine innere Stimme, die alles kritisiert, was wir tun. Oder die nörgelt oder uns – im Extremfall – richtig üble Beschimpfungen um die Ohren haut. Viele Schreibende kennen diesen inneren Kritiker, der ihnen einflüstert, dass sie doch gar nicht schreiben können, dass sie nichts zu sagen haben, dass man das doch so nicht schreiben kann …

Im Coaching oder auch in Gesprächen höre ich von Betroffenen immer wieder den Wunsch, diesen nervigen/lästigen/störenden Anteil loswerden zu wollen.

So verständlich der Wunsch ist: Das wird nicht klappen.

Der innere Kritiker ist ein Teil von uns

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Prokrastinations-Schreibprojekt

Wieso ich immer mindestens ein Prokrastinations-Schreibprojekt habe

Seit Herbst arbeite ich in meiner Freizeit an einem Roman. Ich habe dazu meinen Arbeitstag umgestellt und fange morgens (für mich gefühlt noch in der Nacht) mit dem Roman an. So habe ich um 9 oder 9:30 Uhr schon etwas geschafft, was mir wichtig ist – um diese Zeit habe ich früher erst so langsam mit dem Arbeiten begonnen, jetzt bin ich frisch, angeregt und stolz auf mich.

Allerdings bin ich nicht jeden Morgen gleich motiviert. Da der Roman ein Lust-Projekt ist, möchte ich mich nicht dazu zwingen oder überwinden, am Roman zu arbeiten. Umgekehrt funktioniert es (für mich) auch nicht, nur dann daran zu schreiben, wenn ich darauf Lust habe und mich die Muse küsst. Die küsst ja bekanntlich nicht den, der auf sie wartet.

Deshalb habe ich seit einigen Wochen zwei Prokrastinations-Schreibprojekte (inspiriert vom Konzept des produktiven Prokrastinierens). Das eine ist eine längere Erzählung, an der ich weiterarbeite, wenn es beim Roman nicht fließt. Das zweite ist eine Idee, bei der noch nicht klar ist, was daraus werden wird.

Drei Projekte parallel – das mag erst einmal nach einem guten Plan aussehen, wie ich mich erfolgreich verzetteln kann. Ist es aber nicht. Nur so habe ich wirklich Wahlmöglichkeiten. Bei nur zwei Optionen (Roman und Erzählung) „muss“ ich, wenn es mit dem Roman nicht klappt, die Erzählung nehmen – das fühlt sich an wie in einen sauren Apfel beißen. Bei drei Optionen stellt sich dieses Gefühl nicht ein. Da habe ich immer das Gefühl, mich entscheiden zu können. Und nicht selten picke ich mir dann doch den Roman heraus, und dann läuft es auch.

 

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