Besser kürzer, dafür öfter

„Ich brauch einfach mal ein Wochenende/eine Woche am Stück, dann schreibe ich meine neuen Webtexte/das nächste Romankapitel. Im Tagesgeschäft hab ich einfach zu viel zu tun.“ Das höre ich öfter von Coaching-Klienten oder Teilnehmern an Schreibseminaren. Das Problem: Wenn sie es dann mal wahr machen und sich ein Wochenende oder gleich eine ganze Woche für das Schreiben frei schaufeln, ist der Effekt meist minimal. Sie haben die Zeit letztlich doch nicht für das Schreiben genutzt. Oder nur einen Bruchteil der Zeit. Und sind hinterher heftig gefrustet.

Das ging mir einige Zeit auch nicht anders.

Meine Erfahrung heute: Solche Hauruck-Aktionen funktionieren nicht. Egal ob es sich um ein kurzes Projekt wie einen Fachartikel handelt oder um ein Kapitel in einem Sachbuch oder die Texte für die neue Website.

Weitaus produktiver ist es, lieber öfter kleinere Teilaufgaben anzupacken, anstatt zu versuchen, die komplette Aufgabe in einem Gewaltakt abzuarbeiten. Das ist wie beim Lernen: Aus der Gehirnforschung wissen wir, dass wir dann am wirkungsvollsten lernen, wenn wir etwas immer wieder tun – selbst wenn es jeweils nur für kurze Zeit ist.

 So klappt es

Wenn Sie öfter für kurze Zeit an einer Aufgabe arbeiten, beschäftigt sich Ihr Gehirn auch in den Pausen dazwischen damit. Es kann so Verbindungen knüpfen und gewinnt neue Erkenntnisse.

Sicher kennen Sie das: Wenn Sie am Abend eine Aufgabe noch nicht abgeschlossen haben und sich am nächsten Morgen wieder daran setzen, sind Sie oft schon ein, zwei Schritte weiter. Oft haben Sie über Nacht schon die Lösung für ein kniffliges Problem gefunden. Obwohl Sie sich in der Nacht nicht bewusst damit beschäftigt haben.

Und selbst, wenn Sie nicht im Schlaf eine Lösung gefunden haben: Oft wirkt ein Problem, das am Tag vorher noch unlösbar schien, am nächsten Morgen nicht mehr so riesig oder unüberwindbar.

Hinzu kommt noch ein zweiter Effekt: Umfangreiche Projekte wie das Schreiben eines Buchs oder der Texte für die eigene Website erscheinen uns oft so, als wären sie nicht zu bewältigen. Das führt dann oft dazu, dass wir die Aufgabe immer weiter aufschieben, bis es nicht mehr anders geht. Wenn Sie das Riesenprojekt dagegen in kleine Schritte aufteilen und sich eine Teilaufgabe nach der anderen vornehmen, haben Sie sehr schnell Erfolgserlebnisse und kommen schneller voran.

Deshalb mein Rat: Teilen Sie große Projekte lieber in kleinere Schritte auf und arbeiten Sie öfter an solchen kleinen Häppchen, statt zu versuchen, das Projekt in einer Hauruck-Aktion „wegzuschaffen“

 

Das Titelfoto stammt von Pixabay-User Brownie Hsu.