Wie ein 2-Minuten-Ritual hilft, mit dem Schreiben zu beginnen

Das 2-Minuten-Ritual hilft mir, von der ersten Minute an hochkonzentriert und zielgerichtet mit dem Schreiben loszulegen.

Wenn ich ohne das Ritual mit dem Schreiben beginne, brauche ich länger, um in den Flow zu kommen. Oft fällt mir noch dieses oder jenes ein, das ich erledigen sollte, bevor ich dann tatsächlich mit dem Schreiben anfange. Oder meine Gedanken schweifen ab, während ich schreibe.

Das Ritual funktioniert natürlich auch, wenn es nicht ums Schreiben geht, sondern um eine andere Tätigkeit, die Konzentration verlangt, wie Buchhaltung, Telefonate, ein Seminar etc.

Mein Ritual besteht aus zwei Schritten:

Schritt 1: Den Kopf frei bekommen mit der 1-Minute-Meditation

Ich habe Jahre lang versucht, mit dem Meditieren anzufangen, weil ich nach wie vor denke, dass mir das gut täte. Aber 30 Minuten oder auch nur 10 in Stille zu sitzen, macht mich eher unruhig. Und dass sich da dauernd das Gedankenkarussell dreht, frustiert mich. Und mich vor der Arbeit erst mal 10 oder 30 Minuten hin zu setzen und „nichts zu tun“, während die Arbeit wartet, fällt mir bis heute schwer.

Zum Glück bin ich vor etwa 2 Jahren auf ein witziges Video gestoßen, das die 1-Minute-Meditation vorstellt. Und da hat es bei mir Klick gemacht, denn nach der einen Minute Meditation, die ich während des Videos gemacht habe, fühlte ich mich klar und erfrischt und war gut gelaunt.

Ja, und seither mache ich zu Beginn des Arbeitstages und nach der Mittagspause die 1-Minute-Meditation (plus den 2. Teil meines Rituals) und bin seither sowohl produktiver als auch zufriedener. Die Kurzmeditation mache ich direkt an meinem Schreibtisch – wie genau sie funktioniert, erläutert das Video am Ende dieses Beitrags.

Diese kurze Meditation hilft mir nicht nur, das Gedankenkarussell zu stoppen. Hinterher fühle ich mich geistig wacher und klarer.

Sie ist auch sehr hilfreich, um nach einer Unterbrechung – Telefon, Postbote, oder … – schnell wieder in den Flow zu kommen.

Schritt 2: Auf das Warum fokussieren

Im zweiten Schritt geht es darum, dem was ich gleich tun werde, eine Richtung, ein Ziel und, ja, auch einen Sinn zu geben.

Nach der Meditation schaue ich auf meiner Aufgabenliste für den Tag, was jetzt ansteht. Und dann stelle ich mir zwei Fragen:

1. Warum setze ich mich jetzt an diese Aufgabe?

2. Und wie trägt diese Aufgabe dazu bei, mich meinen Langfristzielen einen Schritt näher zu bringen?

Bei der Frage nach dem Warum geht es mir darum, einen guten Grund zu finden. „Weil’s halt erledigt werden muss; weil ich den Auftrag sonst verliere; weil mir das Finanzamt sonst auf die Füße tritt…“ – das sind für mich keine guten Gründe. Ein guter Grund, mich beispielsweise an die Buchhaltung zu setzen, obwohl ich viel lieber schreiben würde, ist für mich: Klarheit über meine finanzielle Lage zu bekommen. Gute Gründe, einen neuen Blogbeitrag zu schreiben, sind für mich zum Beispiel: mich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen und Klarheit darüber zu bekommen; Know-how weitergeben; das Google-Ranking erhöhen; neue Leser gewinnen.

Die Antwort auf Frage 2 stellt das, was ich gleich tun werde, in einen größeren Rahmen. Damit gewinnt es eine höhere Wertigkeit, es bekommt Sinn, denn es bringt mich langfristig weiter. So bringt mich zum Beispiel jeder Blogbeitrag dem Ziel näher, den „Geschäftsbereich“ Schreibcoaching auszubauen.

Damit ich nach der Kurzmeditation nicht erst die Aufgabenliste durchgehen muss, um zu schauen, womit ich anfange, kläre ich diese Frage normalerweise am Ende des vorherigen Arbeitstages.

Mehr zur 1-Minute-Meditation

Das Video, das ich Ihnen gleich vorstelle, wirbt für das Buch „One Moment Meditation – Stille in einer hektischen Welt“ von Martin Boroson. Boroson sagt, dass man mit etwas Übung selbst in einem Augenblick „meditieren“ und damit sofort klarer und wacher werden kann. Die 1-Minute-Meditation ist für ihn der Einstieg, er stellt in dem Buch noch weitere Kurzmeditationen vor.

Im Grunde reicht aber das, was er in dem Video zeigt, vollkommen aus. Sie brauchen nicht notwendigerweise das Buch, um die 1-Minute-Meditation zu lernen.

Eine Minute meditieren – probieren Sie es doch gleich mal aus. Jetzt.

Es gibt übrigens eine kostenlose App „One Moment Meditation“ für das iPhone und iPad und für Android-Geräte (im App Store bzw. Google Play). Der normale Timer auf dem Smartphone tut es aber genauso.

Und jetzt sind Sie dran

Haben Sie ein Ritual, mit dem Sie das Schreiben beginnen? Verraten Sie’s uns in den Kommentaren.
Und wenn Sie „mein“ Ritual oder die 1-Minute-Meditation ausprobieren: Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Ein Gedanke zu „Wie ein 2-Minuten-Ritual hilft, mit dem Schreiben zu beginnen

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